IT´S YOUR BIRTHRIGHT TO BLOOM!

Kürzlich meine 5-jähre Tochter:

„Ich will, ich will, ich will!!! ICH, ICH, ICH, ICH, ICH!!!

Wut. Wut, weil ein Grundbedürfnis von ihr nicht erfüllt wird.

Es ist eine großartige Wut. Das Interesse ist so berechtigt – es gibt da nichts zu rechtfertigen – Es ist ein Grundrecht für das sie kämpft. Das Recht darauf genährt zu sein. In diesem Fall hatte sie einfach Hunger und wir hatten nicht sofort reagiert, da wir erst 30min zuvor Abendessen hatten, bei dem sie allerdings nicht mitessen wollte…

Auch wenn es angesichts der Tatsachen etwas nervig war, jetzt extra nochmal etwas zu Essen für sie zu holen, bin ich jedoch sehr froh, dass unsere Tochter so klar für ihre Bedürfnisse und Werte einstehen kann. Als Kind habe ich oft Wut und Frustration empfunden, z.B. dass ich nach der Schule nicht gleich spielen durfte, sondern erst meine Hausaufgaben erledigen musste. Für mich gefühlt konnte ich im Hausaufgaben machen nicht aufblühen, sehr wohl jedoch beim Spielen mit meinen Freunden. Ich habe unbewusst das Grundrecht gespürt, dass es mir zusteht, dass für meine Bedürfnisse gesorgt wird.

Mir geht es hier nicht darum eine Diskussion zu starten, ob es nun sinnvoll ist Kinder zu schulischen Hausaufgaben zu verpflichten oder nicht. Vielmehr wollte ich mit diesen Beispielen aus meinem eigenen Leben zeigen, dass es gewisse Grundbedürfnisse gibt die von klein auf tief und authentisch in uns verankert sind. Ich sehe es so, dass wir diese Grundbedürfnisse durchaus auch als Grundrechte bezeichnen dürfen.

Und es gibt für mich ein Grundrecht, dass im Grunde alles umfasst:

Wir haben das Grundrecht unser Leben in Frieden und Freiheit zu leben, in unserer Schönheit und in unseren Gaben aufzublühen und dabei unser höchstes Potential zu entfalten!

Wenn ich meiner Wut nachgehe, die ich auch als Erwachsener noch von Zeit zu Zeit empfinde und in meiner Tochter spüren kann, dann spüre ich, dass es eine positive, gesunde Wut ist. Denn sie zeigt auf, dass ich mich in diesem Moment in meinen Grundbedürfnissen verletzt fühle.

Was ich in mir und in anderen beobachte ist, dass wenn wir unsere Wut verdrängen oder unterdrücken und ihr auch nicht nachspüren, sich ein wertvoller Teil unserer Persönlichkeit ausklinkt. Das kindliche, spielerische, kreative Wesen geht verloren. Dies hat bei mir sogar dazu geführt, dass verschiedene Schullehrer mich im Zeugnis und Elterngesprächen als „apathisch“, teilnahmslosen Schüler beschrieben haben. Damals hatte ich resigniert. Aber heute weiß ich wie wichtig es ist mich auf die Wurzeln meiner Gefühle zu besinnen und die Kraft daraus zu schöpfen. Und ich habe gelernt, dass die Energie von Wut mich positiv antreiben kann für mich und für andere Menschen Räume zu schaffen in denen unsere Grundrechte gelebt werden dürfen.

Räume schaffen in denen wir…

– singen, lachen und spielen

– uns ehrlich zeigen können

– unsere Verletzungen anschauen können um sie anzuerkennen und letztlich zu heilen

– Vergebung und Dankbarkeit üben

– innerlich wachsen: geistig, charakterlich, emotional

– unserem Körper zu optimaler Gesundheit verhelfen

– als Gemeinschaft zusammen kommen und uns gegenseitig unterstützen

– unsere Wünsche und Visionen für unser Leben zusammentragen

– uns Strategien ausdenken um unsere Visionen umzusetzen

– unsere Geschenke in die Welt tragen können

Wenn ich die Energie meiner Wut so annehme und positiv nutze, dann wird sie zu einem Instrument des Friedens. In einigen Religionen und Weisheitstraditionen, wird auch von einem „heiligen Zorn“ gesprochen, der alles Falsche aus dem Weg räumt, so dass das Wahre leuchten kann.

Als junger Erwachsender bin ich aus meiner kindlichen Apathie ausgebrochen und habe im anderen Extrem gegen alles rebelliert, was ich als aufgedrückte gesellschaftliche Erwartungen empfunden habe. Dieser Schritt war für mich wichtig, aber irgendwann habe ich auch gespürt, dass diese Gegenhaltung es mir auch manchmal erschwert hat meine eigene Wahrheit zu finden. Denn es braucht keinen Kampf um seiner Wahrheit zu folgen!

Es gibt einen goldenen Mittelweg: Den Weg des friedvollen Kriegers. In dessen Fokus steht nicht der Kampf, sondern die Vision. Wenn wir mit mutigen Schritten unser Leben innerlich wie äußerlich aufräumen und klar mit vollem Herzen und Eigenverantwortung unserem Grundrecht auf Selbstentfaltung nachgehen, dann werden wir aufblühen und vom Leben gesegnet sein.

Das bedeutet es für mich ein spiritueller Revolutionär zu sein! Aho!