WERDE EIN ALCHEMIST DEINES LEBENS UND LERNE SCHEISSE IN GOLD ZU VERWANDELN!

Hast Du das schonmal erlebt? Während andere Menschen scheinbar vom ewigen Sonnenschein gesegnet durchs leben fliegen, fühlt es sich an, als ob es bei dir Scheiße regnet: Ein großer Traum zerplatzt, eine Beziehung scheitert, der Ex-Partner macht Schwierigkeiten oder du verlierst deinen Job…

Zum Glück gibt es wertvolle Weisheiten, oder sogenannte „Lifehacks“, wie man den Segen in den Niederschlägen entdecken kann.

Zur Beginn, möchte ich etwas teilen aus meinem eigenen Leben:

Ich, mein Mann und unsere 5-jährige Tochter sind im Mai umgezogen ins Allgäu, weil wir den Lockruf von der Möglichkeit unserer seit Jahren getragenen Vision eines Heilbiotops mit Gemeinschaft und Seminarbetrieb auf 10 Hektar wunderschönem Land gefolgt sind. Es klang alles so perfekt und wir haben uns selbst hoch gelobt für unsere genialen Manifestations-Künste.

Aber kaum hatten wir unser Nest verlassen, unser geliebtes Wohnprojekt und großes Netzwerk in unserer alten Heimat, den wundervollen Waldkindergartenplatz unserer Tochter gekündigt und den aufwändigen und teuren Umzug gemeistert, hat es angefangen in unserem neuen Zuhause „Scheiße zu regnen“. Der Besitzer des Hofes, der uns eingeladen hatte mit ihm gemeinsam das Gemeinschaftsprojekt aufzubauen, hat sich plötzlich anders entschieden. Er wollte doch keine Gemeinschaft, kein Heilbiotop und auch keine Seminare vor Ort mehr mit uns. Wir sollten am besten so bald wie möglich wieder ausziehen. Auch wenn der Besitzer dafür seine Gründe hatte – das war hart für uns…

Da haben wir gemerkt: Was das Manifestieren angeht, haben wir noch viiiiieeeeellll zu lernen! Unseren stolzen Yogi-Egos wurde eine heftige Watsche verpasst. Und nach dem wir Monate lang ohne viel Erfolg nach einer neuen Wohnung und einem neuen dauerhaften Seminarort geschaut haben, mussten wir damit Frieden schaffen, dass erstmals der Höhenflug anhalten muss im „Zwischenstopp Oberkaka“. Das wir nichts erzwingen können, sondern dass es jetzt angesagt ist anzuhalten und nach innen zu lauschen, was kann ich aus dieser Situation lernen und was will der große Geist von mir? Statt uns auf den Lorbeeren unseres Erfolgs auszuruhen, haben wir die Chance bekommen weiter zu wachsen…

Hier nun die Erkenntnisse, die uns dabei helfen die Scheiße in Gold zu verwandeln:

1. Erstens brauchen wir die Fähigkeit, zuzulassen, nicht immer ,,glücklich‘‘ zu sein.

Ich beobachte in unserer Gesellschaft ein Suchtproblem von dem wenig gesprochen wird, wobei wir fast alle davon beeinflusst sind: wir sind Happiness-Junkies. Ständig kriegen wir von Außen eingetrichtert, wir sollen stets froh und glücklich sein. Auch in der ,,spirituellen Welt‘‘ wird das nicht-glücklich-sein oft als eine Art Scheitern angesehen. Ich nehme mich davon nicht aus. Oft genug habe ich versucht unangenehme Gefühle wie Traurigkeit, Zorn oder Verzweiflung schon zu ,,transformieren“ bevor ich mir überhaupt die Zeit gegeben habe, sie wirklich zu spüren. Lieber wollte ich mein inneres Bild und auch das welches ich nach Außen gebe, von einer ausgeglichenen, zufriedenen und glücklichen Sophia aufrecht halten, aus einer Angst heraus, sonst nicht zu genügen. So unangenehm, schmerzhaft und schwer wie das Leiden zu ertragen ist, so sehr wir ihm lieber aus dem Weg gehen möchten und dabei versuchen mit allen Mitteln unsere Stimmung hoch zu halten – es gehört dazu. In allen Weisheitstraditionen der Welt ist Leiden Teil von dem spirituellen Weg. Der Buddha musste zuerst erkennen dass das Leben Leiden ist, bevor er unter dem Bodhi Baum die Erleuchtung erfahren durfte und Inspirations-Figuren aus allen Traditionen mussten zuerst eine schwierige Prüfung oder Reise meistern bevor sie ans Ziel kamen. Wir müssen zuerst die harte Kokosnussschale knacken, bevor wir von ihrem süßen Saft trinken können. Während es wichtig ist, uns selbst zu erlauben, dass es uns gut gehen darf und dies für viele von uns auch eine große Lernaufgabe ist, ist es genauso wichtig, wenn doch mal ein Schmerz da ist, ihn anzunehmen, anstatt ihn gleich aus dem Weg zu schieben. Denn in jedem Schmerz liegt ein Schatz, ein Samen der wachsen möchte und die Herausforderungen die uns im Leben begegnen bilden den fruchtbaren Boden aus dem wir neu geboren werden können. Für mich braucht es einen gewissen Grad an innerer Stärke um die eigene Dunkelheit auszuhalten, mit ihr zu sein und ihre versteckten Botschaften zu erkunden. Ich habe aber entdeckt, dass diese Fähigkeit wie ein innerer Muskel ist den ich trainieren kann. Die nächste Erkenntnis hat mir dabei viel weitergeholfen:

2. Zorn, Depression, Trauer, etc… alle ,,negativen‘‘ Gefühle gehören zu den Funktionen eines gesunden psychischen ,,Immunsystems‘‘.

Dieses Konzept habe ich von der bekannten spirituellen Lehrerin Marianne Williamson kennenlernen dürfen. Ich erkläre das am besten mit dem Vergleich mit einer physischen Krankheit. Ich betrachte das Kranksein mittlerweile als das liebevolle Aufzeigen meines Körpers, dass ein Teil von mir aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das Kranksein schenkt mir die Chance mir selbst die Zeit zu nehmen zur Ruhe zu kommen und das was aus der Harmonie geraten ist, wieder in die Harmonie zu führen.

Eine gute Freundin von mir, hat in ihrer Familie den Begriff ,,Heilzeit‘‘ etabliert. Immer wenn sie, ihr Mann, oder eines der Kinder krank ist, sprechen sie davon, dass diese Person gerade in der Heilzeit ist. So wird die Krankheit nicht als etwas lästiges betrachtet, sondern als eine wertvolle Gelegenheit um heil zu werden. Wenn wir es aber versäumen uns den Raum zu geben durch eine Krankheit zu gehen, verpassen wir die Chance heil zu werden und in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes, ganz zu werden. Das Heil-werden ist ein Prozess des Ganz-werdens. Wenn wir einer Krankheit nicht den Raum geben der ihr gebührt, verschleppen wir sie und das wird unser Wohlbefinden beeinträchtigen. Wir können erst dann wieder 100% gesund werden und uns wird auch dann erst wieder unser volles Potenzial zur Verfügung stehen, wenn wir durch die Krankheit gegangen sind – denn diese Reise, so unangenehm sie auch ist, macht uns stärker, nicht schwächer. Wenn wir ihr aus dem Weg gehen, schneiden wir uns ab von unserer eigenen Kraft.

Sowie unser Körper die Kapazität besitzt durch eine Krankheit zu gehen um gesünder wieder raus zu kommen, hat auch unser Geist die Fähigkeit sich von ,,Krankheiten‘‘ und Leiden zu heilen. Unser Körper kann eine ziemlich große Menge von Angriffen, Verletzungen und Beeinträchtigungen ertragen und sich davon erholen, dank seines Immunsystems. Unsere Psyche hat ebenfalls ein Immunsystem das gewappnet ist um mit viel Herzschmerz, Trauma und innerer Aufruhr zurecht zu kommen. Wir können alle ,,negativen‘‘ Gefühle wie ein liebevolles Aufzeigen vor unserem Geiste betrachten und sehen, dass etwas im Inneren aus der Harmonie geraten ist.

Harmonie, was bedeutet das? Für mich bedeutet das eins zu sein mit der Energie der Liebe. Alle Gedanken, die nicht mit der Energie der Liebe schwingen, bringen uns aus der inneren Harmonie. Wenn wir aus der Harmonie geraten, fühlen wir uns niedergeschlagen, verzweifelt, zornig, u.s.w. Diese Gefühle zeigen uns auf, dass unsere innere Haltung nicht im Einklang ist mit der Denkweise von Gott, oder in anderen Worten: Der Denkweise der Liebe.

Sowie wir nicht von unserem Körper erwarten sollten, dass er nie krank wird, wenn so viele gesundheitsschädliche Einflüsse täglich auf uns einprasseln, ist es unfair von unserem Geist zu erwarten, dass er immer in der Harmonie ruht, wenn wir schwierige Lebenserfahrungen machen. Wie z.B. wenn eine Beziehung zu Ende geht, wir Schwierigkeiten mit unserem Ex-Partner haben, wir unseren Job verlieren, wenn ein geliebter Mensch stirbt, u.s.w. Nichts ist falsch mit uns, weil wir uns dann traurig, zornig, deprimiert, oder alles gleichzeitig fühlen. Wenn wir versuchen diese Gefühle zu unterdrücken, weil es sich jetzt ,,nicht gehört‘‘ dann ist das genauso schädlich für unsere psychische Gesundheit, wie wenn wir bei einer physischen Krankheit uns die nötige Zeit zur Genesung nicht geben. Wir können sogar solche negativen Gefühle begrüßen, denn sie zeigen uns, dass wir ein funktionierendes psychisches Immunsystem haben. Wenn dein Herz schmerzt ist es deswegen sooo wichtig, sanft mit dir zu sein und deinem Geist den Raum zu geben zu heilen, genauso wir du mit einem heftigen Fieber dich ausruhen sollst.

3. Herzschmerz ist u.a. dafür da, um unsere Verbindung mit dem Göttlichen zu stärken.

Dem Göttlichen, was ist das? In manchen Kulturen wird sie der große Geist genannt, ,,Great Spirit‘‘, die Lebensenergie, das Universum… für mich ist sie die innewohnende Liebe. Frank Fools Crow (1890 – 1989), ein Medizinman der Lakota, hat einst geteilt, dass das Gute genauso bedrohlich für unsere Beziehung mit dem Göttlichen ist wie das Böse, oder Schlechte. Fools Crow sagt: ‘‘When life is too good, we think too highly of ourselves and our blessings. Then we decide we are the wisest and the favored ones, and we don‘t think we need Wakan-Tanka (der große Geist) and the Helpers any more.‘‘¹ Herzschmerz, Herausforderungen, Rückschläge… sie alle rütteln an dem Glauben unseres Egos nichts anderes zu brauchen als uns selbst und alleine alles meistern zu können. Wenn große Krisen kommen, beginnt dieser falsche Stolz zu bröckeln.

Ich habe eine bedeutsame Erinnerung aus meiner Jugendzeit. Ich war 13 und absolut verzweifelt. Ich habe mich von meine Eltern komplett ungeliebt gefühlt, hatte dementsprechend null Selbstwertgefühl, war gerade umgezogen und in einer neuen Schule angekommen und hatte noch keine Freunde oder Vertrauenspersonen gefunden. Ich war überfordert, depressiv, einsam und traurig und fühlte mich mit allem ganz alleine. Ich fühlte mich überhaupt unwürdig zu leben. Und das schlimmste war, ich hatte das Gefühl, vollkommen auf mich selbst gestellt zu sein, denn es gab niemanden der mir helfen konnte. Da ich atheistisch erzogen wurde, gab es auch in meiner Welt keine höhere Kraft, die mir bestehen konnte. Oder gab es ihn/sie doch? In meiner Verzweiflung habe ich eines abends ,,heimlich‘‘ gebetet ,,auch wenn es euch wahrscheinlich nicht gibt, Gott und Engel… falls ihr mich hört, bitte hilft mir!‘‘ Und die Hilfe kam! Die Antriebslosigkeit und Schwere die ich damals gespürt habe hat begonnen sich zu lichten und ich hatte plötzlich die Motivation Dinge zu tun die mir gut getan haben, wie Jogging zu gehen und mit einem Musikinstrument anzufangen. Und in dieser dunklen Nacht der Seele, die ich in jungen Jahren schon hatte, wurde ein Samen geboren, einen spirituellen Lebensweg einzuschlagen. In der Dunkelheit hatte ich ein Licht entdeckt, der mir den Weg ins Freie gewiesen hat.

In der Bhakti Tradition, gibt es den Glauben, dass wahre Freiheit unsere vollständige Anerkennung von unserer Abhängigkeit von Gott bedeutet. Ich übersetzte Gott gerne für mich mit dem Wort Liebe. Krisen helfen uns zu erkennen was wirklich zählt – die Liebe. Denn nur sie kann uns frei machen. Nur unsere Hinwendung an den großen Geist, kann unsere Seele wirklich durch den Schlamm ins Licht führen. In schwierigen Zeiten sind wir ,,gezwungen‘‘ die Liebe in unserem Leben aufzusuchen, sei es in dem wir eine gute Freundin fragen ob wir zu einer Tasse Tee vorbeischauen können, uns in der geborgenen Umarmung unseres Partners ausheulen oder in den Wald gehen, um uns von der Natur Trost geben zu lassen. Und wenn die Liebe im Außen schwer zu finden ist, wenn uns der Halt im Außen fehlt, weil wir gerade durch eine Zeit der herausfordernden Veränderungen gehen, dann suchen wir sie wo sie eigentlich immer am besten zu finden ist – im Innern.

Niederschläge machen uns demütig – es ist der Mut zu gestehen, verletzlich zu sein und nicht alle Antworten parat zu haben. Eine gesunde Demut bringt uns näher zu Gott. Das durften ich und meiner Mann die letzten Monate persönlich erfahren als unser großer Traum wie eine Seifenblase geplatzt ist. Nach dem wir monatelang versucht haben aus eigener Kraft die Situation zu retten, aber immer noch in die Scheiße fest hockten – zumindest fühlt es sich so an, wenn man im 7. Monat schwanger ist und sich noch kein neues Zuhause und kein neuer Wirkungsort aufgetan hat – musste mein Ego kapitulieren. Mein Tun hat nicht das bewirkt was ich durchboxen wollte und ich hatte keine Antwort zu meinem Problem. Ein Spruch ging mir durch den Kopf: ,,entweder es geht einfach, oder es geht einfach nicht‘‘. Und mein Herz flüsterte ,,lausche der Stimme der Liebe, nicht der deines Verstandes… was sagt sie?‘‘. Statt morgens als erstes zu schauen ob eine neue Wohnung auf immobilienscout eingetragen wurde, habe ich mich verstärkt meiner Meditationspraxis zugewendet und mich jeden Tag mit dem großen Geist verbunden und mich bereit erklärt nicht meiner, sondern seiner höchsten Vision für mein Leben zu folgen. Plötzlich merke ich: das ,,Problem‘‘ ist noch da, aber ich fühle mich anders. Ich bin nicht mehr das Blatt das orientierungslos vom Wind umhergewirbelt wird, sondern der Baum der seine Wurzeln kraftvoll in die Erde schickt und mit seinen Ästen freudvoll den Himmel berührt.

4. Erinnere dich: ,,God only sends us Angels‘‘

Als ich diese Wörter von Neale Donald Walsch gelesen habe, ging in mir das Herz auf. Wie wäre es, wenn ich die Menschen die mir das Leben vermeintlich schwer machen, nicht als Täter betrachte, sondern als Engel die mir von einem wohlwollenden Universum gesandt werden? Das bedeutet, auch wenn ich gerade nicht verstehen kann, was gut daran sein soll im 7. Monat schwanger zu sein, und ich mich gerade nichts sehnlicher wünsche als ein Nest für mich und meine Familie aufzubauen aber noch kein neues Zuhause in Aussicht ist, dass auch jetzt das Universum mir nur Segen schickt? Und das jeder Mensch, egal wie schwierig mir sein oder ihr Verhalten erscheint, mir als Engel erschienen ist, um mir weiter auf meinen Weg zu helfen? Ich merke, wie diese Betrachtungsweise mir hilft Frieden zu schließen mit dem was ist. Und mich nicht mehr als Opfer zu fühlen, sondern als geliebtes Kind des Universums, das einfach gerade ein bisschen ,,tough love‘‘ erfahren muss. Durch diese Betrachtungsweise beginne ich danach zu schauen, wie die ,,Problem-Menschen‘‘ in meinem Leben, mir nicht das Leben schwer machen, sondern welche Geschenke sie mir bringen. Hier gibt es etwas zu lernen… meine Neugierde wird geweckt und ich frage mich, wo liegt das Gold in der Scheiße? Was kann ich von den Menschen in meiner Umgebung lernen? Wie ändert sich meine Beziehung zu ihnen wenn ich sie nicht mehr als Täter sondern als Engel betrachte? Und ein weiteres Werkzeug offenbart sich mir: die Dankbarkeit.

5. Dankbarkeit – nicht nur für die guten sondern auch für die schweren Zeiten, ist DAS Werkzeug der Alchemie und der Schlüssel zum inneren Frieden.

Wie kann ich aber Dankbarkeit für etwas empfinden, dass sich gerade so schwer, schmerzhaft oder ungerecht anfühlt? Für mich ist der erste Schritt mir bewusst zu werden, dass ich mich von meiner Seelen-Ebene aus dafür entschieden habe. Wir können das Leben vergleichen mit einem Buch das wir lesen. Wenn wir ein Roman beginnen und wenn nach dem ersten Kapitel in der Geschichte noch alles noch in Ordnung ist, würden wir vielleicht weiterlesen, aber wenn nach dem zweiten Kapitel immer noch alles in Ordnung ist, würden wir den Buch beiseite legen. Langweilig. Es braucht eine Herausforderung damit es auch einen Held geben kann. Wir lesen das Buch weil wir eine spannende Geschichte hören wollen und wir sind in dieses Leben auch gekommen um durch Herausforderungen zu wachsen.

Und wir möchten die Helden unserer eigenen Geschichte sein! Dankbarkeit für das was wir erleben und erlebt haben, stärkt uns in dem Gefühl, dass das Leben es gut mit uns meint und schenkt uns Vertrauen in unsere Zukunft. Dieses Vertrauen lässt alle Ängste schmelzen, Ängste die uns davon abhalten in diesem Moment zu sein. So lange wir noch Reue oder Groll wegen der Vergangenheit spüren, so lange werden wir uns den Zugang zu der uns innewohnenden Liebe, die die wahre Quelle von Freude ist, versperren.

Desto kürzer der Zeitraum nach einem Ereignis ist, dass wir zu der Zeit als schlecht empfinden, und dem Zeitpunkt zu dem wir es als etwas betrachten können das zu unserem Weg dazugehört, etwas wofür wir dankbar sein können, desto glücklicher sind wir. Es ist aber wichtig hier nicht in der Falle zu treten und zu versuchen das unangenehme Gefühl gleich aufzulösen, denn zuerst ist es wichtig es ganz zu spüren. Nur dann können wir die Emotion verstehen und ihre Ursache begreifen. Wenn wir bis auf den Grund schauen, können wir wertvolle innere Aufräumarbeit machen. Aber wenn wir uns nicht auf diese Tiefe einlassen, können wir höchstens für eine kurze Zeit die Symptome beseitigen. Wenn wir dann aber das Gefühl zugelassen und erkundet haben, können wir als nächsten Schritt rein spüren und uns fragen: Dient mir dieses Gefühl? Wenn die Antwort dann nein ist, können wir uns weiter die Frage stellen, welches Gefühl mir denn jetzt besser dienen würde? Manchmal ist es so, dass z.B. nach der Wut erst die Trauer kommen muss. Danach erst können wir uns dann die Frage stellen, was müsste jetzt in mir passieren, damit ich Dankbarkeit empfinden kann? Wenn wir diese Dankbarkeit erkennen, ist es wie als hätten wir die Schlüssel zu unserer innersten Schatztruhe gefunden. Wir öffnen die Truhe, und ihre Leuchtkraft erhellt unseren inneren Raum. Wir haben es geschafft – das Gold in der Scheiße gefunden.

Wenn wir die Reise wagen, unseren Gefühlen auf die Spur zu gehen, werden wir wertvolle Streifzüge durch die Landschaft unserer Seele machen. Wer diese Reise beherzt geht, wird unweigerlich zurückfinden zu dem roten Pfad – dem Weg der Liebe und der Schönheit, die von Dankbarkeit und Freude begleitet ist. Das wünsche ich vom Herzen jedem von uns und hoffe dass diese geschriebenen Wörter dir etwas auf deinem Weg weiter helfen konnten.

Aho Mitákuye Oyás’in! I honor all my relations!

1. Aus Fools Crow – Wisdom and Power, von Thomas E. Mails